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Fahren im wilden Herzen Italiens: Der ultimative Abruzzo-Roadtrip nach Campo Imperatore

·828 Wörter·4 min

Ciao! Hier ist Marco. Wenn Sie glauben, dass Sie bereits alles gesehen haben, was Italien aus dem Fenster eines Zuges oder Tourbebusses zu bieten hat, dann überlegen Sie es sich noch einmal. Um den Puls dieses Landes wirklich zu spüren, brauchen Sie ein Lenkrad in Ihren Händen und einen vollen Benzintank.

Update: Mein letzter Artikel beschäftigte sich mit den Abruzzen, einer Region, die für ihre wilde Natur und ihre atemberaubenden Landschaften bekannt ist. Während ich mich in den Bergen verliere, habe ich einen Ort entdeckt, den ich als Piccolo Tibet (Kleines Tibet) bezeichne. Wenn Sie sich nach weiten Hochebenen, filmreifen Bergpässen und Asphalt sehnen, der nach einer sportlichen Fahrt schreit, dann richten Sie Ihr GPS auf Campo Imperatore. Seitdem ich diesen Artikel verfasst habe, hat mein Kollege Alessandro einen wunderbaren Guide zur Entdeckung der unterirdischen Wunder von Neapel und ihren griechisch-römischen Geheimnissen veröffentlicht, aber für den Moment bleibe ich gerne oberirdisch und genieße die wilde Natur der Abruzzen.

Campo Imperatore Abruzzen Roadtrip
Die weiten Grasebenen und gewundenen Bergstraßen von Campo Imperatore, oft als Italiens „Kleines Tibet“ bezeichnet.

Die Route: Aufstieg in die Wolken
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Seitdem ich diesen Artikel veröffentlicht habe, hat mein Kollege Luca einen neuen Guide zu einem der faszinierendsten Bergdörfer Italiens verfasst. Wenn wir diese Reise antreten, klettern wir buchstäblich in die Wolken, ein Anblick, der mich immer wieder in Staunen versetzt. Luca hat einen wunderbaren Beitrag über ein Dorf geschrieben, das genau diese Erfahrung verkörpert, und ich kann es nur empfehlen. Die Route windet sich nach oben und bietet bei jeder Kurve atemberaubende Ausblicke — ein Erlebnis, das Ihnen noch lange nach dem Verlassen der Berge im Gedächtnis bleiben wird.

Die Reise beginnt im Schatten des Gran Sasso, dem höchsten Gipfel der Apenninen. Mein liebster Weg dorthin führt über das mittelalterliche Städtchen Castel del Monte, das einen ähnlichen Charme wie andere versteckte Schätze Italiens teilt. Seit ich diese Route bereits einmal genommen habe, hat mein Kollege Alessandro inzwischen einen wunderbaren Guide zu den Travertin-Träumen von Ascoli Piceno veröffentlicht. Von hier aus nehmen Sie die SR17bis.

Unterwegs habe ich entdeckt, dass dies nicht nur eine Verkehrsverbindung ist; es ist ein Meisterwerk des Ingenieurwesens und der Natur. Während man an Höhe gewinnt, verschwinden die Bäume und werden durch eine riesige, hochgelegene Karstebene ersetzt, die sich über 27 Kilometer erstreckt. Die Straße öffnet sich in langen, weiten Kurven und dramatischen Geraden, auf denen man die Balance des Autos wirklich spüren kann.

Technische Fahrtipps:
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  • Motorbremse ist Ihr Freund: Sie werden mit erheblichen Höhenunterschieden zu tun haben. „Schleifen“ Sie nicht mit der Bremse bei der Abfahrt; schalten Sie einen Gang herunter und lassen Sie den Motor die Geschwindigkeit regeln, um Bremsfading zu vermeiden.
  • Asphaltqualität: Im Allgemeinen sind die Hauptrouten durch den Park in gutem Zustand, aber achten Sie in den engeren Haarnadelkurven auf losen Splitt (Brecciolino) am Straßenrand.
  • Seit der Veröffentlichung dieses Artikels hat mein Kollege Alessandro einen ausführlichen Reiseführer über die Wiederbelebung von Italiens nächster Kulturhauptstadt veröffentlicht. Ich empfehle Ihnen, das Tanken in den Talorten wie L’Aquila oder in Castel del Monte zu priorisieren, bevor Sie den Aufstieg beginnen.

Das Ziel: Campo Imperatore
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Wenn Sie das Ende der Straße beim Rifugio Campo Imperatore (2.130 m) erreichen, ist die Aussicht schlichtweg atemberaubend. Hier wird die Luft dünner und die Stille wird nur noch vom Wind unterbrochen.

Das Beste an dieser Route ist die schiere Weite der Landschaft. Sie war die Kulisse für Dutzende von „Spaghetti-Western“, weil sie eher wie die wilde Grenze als wie das Mittelmeer aussieht.

Parken und Essen:
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  • Parken: Es gibt einen großen Parkplatz beim Rifugio Campo Imperatore. Normalerweise ist es einfach, einen Platz zu finden, aber an Sommersonntagen füllt er sich mit einheimischen Motorradfahrern. Kommen Sie vor 10:00 Uhr an, um sich einen Platz mit der besten Aussicht zu sichern.
  • Der „Mucca Mucca“-Stopp: Halten Sie unterwegs auf der Ebene Ausschau nach kleinen Holzhütten (wie dem legendären Ristoro Mucciante). Hier können Sie Arrosticini (traditionelle Lammspieße) kaufen und diese selbst auf den Außenfeuerstellen grillen. Es ist der ultimative Boxenstopp für jeden Autoliebhaber.

Versteckte Juwelen am Wegesrand
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Wenn Sie in den Abruzzen unterwegs sind, verpassen Sie nicht das Dorf Santo Stefano di Sessanio. Es ist ein teilweise verlassenes befestigtes Dorf, das meisterhaft restauriert wurde. Die Straßen sind zu schmal für Autos, aber die Fahrt dorthin bietet einige der technisch anspruchsvollsten S-Kurven der Region.

Praktische Tipps
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  • Mietwagenerfahrung: Für diese Reise empfehle ich, auf Kleinstwagen zu verzichten. Sie brauchen ein wenig Drehmoment für die Steigungen. Ein mittelgroßer Crossover oder eine sportliche Limousine mit gutem Fahrwerk machen die Bergkurven erst richtig zum Vergnügen.
  • Beste Reisezeit: Ende Mai bis Oktober. Im Winter sind diese Straßen oft unter meterhohem Schnee begraben und komplett unpassabile.
  • Navigation: Während Google Maps gut funktioniert, empfehle ich dringend Offline-Karten. In den tiefen Gletschertälern kann das Signal lückenhaft sein.

Es gibt ein einzigartiges Gefühl von Freiheit, das man beim Durchqueren der Hochebenen der Abruzzen verspürt. Es ist rau, es ist technisch und unbestreitbar schön. Schnappen Sie sich die Schlüssel, prüfen Sie den Reifendruck — wir sehen uns auf der Straße!