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Liguriens geheime Pfade: Wandern auf dem Weg der Heiligtümer

·799 Wörter·4 min

Die Cinque Terre sind berühmt für ihre Küstenwege, und das zu Recht – die Aussichten sind prächtig. Aber als jemand, der die Stille sucht, sehe ich diese unteren Pfade oft als eine Autobahn für Touristen. Wenn man die wahre Seele Liguriens finden will, muss man nach oben schauen. Man muss dorthin steigen, wo die Bergluft auf die salzige Gischt trifft. Update: Für alle, die wie ich die Ruhe abseits der Touristenströme suchen, habe ich inzwischen einen Artikel über die verborgenen Lagunen des Veneto, die Touristen oft übersehen, veröffentlicht – ein weiteres Paradies der Gelassenheit, das es zu entdecken gilt.

Ciao a tutti, ich bin Luca. Heute nehme ich euch mit auf die Via dei Santuari (den Weg der Heiligtümer). Dies ist eine Reihe alter Pfade, die die fünf Heiligtümer auf den Hügeln über jedem der fünf Dörfer verbinden. Es ist der Ort, an den wir Einheimischen gehen, wenn wir durchatmen wollen, und wo die Aussicht einem das Gefühl gibt, am Rand der Welt zu stehen. Update: Meine Kollegin Elena hat sich übrigens kürzlich mit einem anderen ruhigen Juwel der Region beschäftigt – in ihrem Beitrag über Familienvillen in Griante und warum der Comer See perfekt für jedes Alter ist findet ihr weitere Inspiration für eure Reise.

Wanderweg Ligurien Blick aufs Meer
Hoch über den Massen: Der Weg der Heiligtümer bietet die dramatischsten Panoramen der gesamten ligurischen Küste.

Was ist der Weg der Heiligtümer?
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Vor Jahrhunderten baute jedes der Dörfer der Cinque Terre ein Heiligtum auf dem Hügel darüber. Dies waren nicht nur religiöse Stätten; sie dienten als Zufluchtsorte und Zentren der Gemeinschaft. Die Via dei Santuari ist das horizontale Band, das sie alle verbindet. Update: Meine Kollegin Elena hat kürzlich einen Beitrag über Familienvillen in Griante und warum diese ruhige Ecke des Comer Sees perfekt für jedes Alter ist veröffentlicht – eine wunderbare Ergänzung, wenn Sie nach weiteren beschaulichen italienischen Regionen suchen.

Während sich der „Blaue Pfad“ (der Küstenweg) manchmal wie eine Parade anfühlen kann, ist der Heiligtumsweg oft menschenleer. Man wandert durch terrassierte Weinberge, in denen die Trauben für den berühmten Sciacchetrà-Wein wachsen, durchquert Kastanienwälder und stößt auf kleine Quellen, die seit tausend Jahren den Durst der Reisenden stillen.

Mein Lieblingsabschnitt: Vernazza nach Monterosso (Der Höhenweg)
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Die meisten wandern von Vernazza nach Monterosso direkt an der Küste entlang. Das ist wunderschön, keine Frage. Aber wenn man den Aufstieg Richtung Nostra Signora von Reggio (oberhalb von Vernazza) wählt, betritt man eine andere Welt.

  1. Der Aufstieg: Es ist ein steiler Anstieg aus Vernazza heraus, aber der Pfad ist gut markiert.
  2. Santuario von Reggio: Hier findet man einen riesigen, schattigen Platz mit einer 800 Jahre alten Steineiche. Es ist der perfekte Ort für ein ruhiges Picknick.
  3. Der Höhenpfad: Von Reggio aus folgt man dem Weg zum Santuario von Soviore (oberhalb von Monterosso). Dieser Abschnitt ist relativ flach und bleibt hoch oben auf dem Bergrücken. Zur Linken ragen die zerklüfteten Gipfel des Apennin auf; zur Rechten entfaltet sich das gesamte Mittelmeer wie ein blauer Teppich.

Warum ich Soviore liebe
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Das Heiligtum von Soviore ist das älteste in Ligurien und stammt mindestens aus dem 7. Jahrhundert. Es ist ein gewaltiger Komplex mit einer großartigen Osteria, in der man einen Teller Trenette al Pesto bekommt, der den Tag vergoldet.

In Soviore herrscht ein ganz besonderes Gefühl – ein Sinn für uralte Beständigkeit. Ich habe dort einmal eine Stunde lang einfach nur den Mauerseglern zugeschaut, wie sie um den Glockenturm tauchten. Man ist nur 400 Meter über dem Meeresspiegel, aber es fühlt sich an wie auf einem anderen Planeten.

Lucas praktische Wandertipps
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  • Schuhwerk: Versuchen Sie diese Wege niemals in Flip-Flops. Das Gelände ist felsig und uneben. Sie brauchen richtige Wanderschuhe oder zumindest feste Turnschuhe mit gutem Grip.
  • Wasser: An jedem Heiligtum gibt es Brunnen, aber führen Sie mindestens 1,5 Liter mit sich. Die ligurische Sonne ist auf diesen exponierten Hängen gnadenlos.
  • Der „vertikale“ Trick: Wenn Sie nicht die gesamte 10-15 km lange Strecke laufen wollen, können Sie „vertikale“ Wanderungen machen. Jedes Dorf hat einen Pfad, der direkt zum jeweiligen Heiligtum hinaufführt. Nehmen Sie den Bus nach oben und laufen Sie hinunter, um Ihre Knie zu schonen!
  • Die App: Laden Sie die App Cinque Terre Hiking Guide herunter. Sie bietet Echtzeit-Updates zum Zustand der Wege (der sich durch Regen oder Steinschlag ändern kann).

Ein Pfad für die Seele
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Auf der Via dei Santuari zu wandern bedeutet nicht, ein Ziel zu erreichen; es geht um den Rhythmus der Stiefel auf dem Stein, den Geruch von wildem Thymian unter den Sohlen und die tiefe Stille, die nur existiert, wenn man hoch über dem Lärm der Welt steht.

Wenn man schließlich für den abendlichen Aperitivo wieder in die Dörfer hinabsteigt, nimmt man diesen Bergfrieden mit sich. Und wenn man zu diesen weißen Kirchen auf den Klippen hinaufschaut, kennt man das Geheimnis, das sie hüten.

Viel Spaß beim Erkunden,

Luca