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Marateas Geheimnis: Mit Kindern durch die zerklüftete Tyrrhenische Küste

·4 min·Elena

Die Basilikata hat nur einen winzigen Zugang zum Meer, aber dieser ist ein Konzentrat aus purer, rauer Schönheit. Als Lorenzo und ich mit den Kindern auf der Rückbank in Maratea ankamen, mussten wir die schnellen Straßen verlassen, um in eine zerklüftete und vertikale Küstenlandschaft einzutauchen. Die Luft ist erfüllt vom Duft der Aleppo-Kiefern, vermischt mit dem Aroma von starkem Kaffee, der aus den offenen Fenstern der Altstadt weht. Vergiss die chaotische Hektik der nahen Amalfiküste; hier wird die Zeit nach den Gezeiten und Jahreszeiten gemessen. Es ist ein Ort der Langsamkeit und des diskreten Charmes, perfekt für Familien, die das echte Italien suchen.

Die zerklüftete Küste von Maratea mit tiefblauem Wasser
Die steil ins Meer abfallenden Klippen und die kleinen versteckten Buchten machen die Küste von Maratea zu einem Paradies, erfordern aber mit Kindern eine gewisse Organisation.

Das Dorf, die Treppen und der Schatten des Erlösers
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Maratea besteht nicht nur aus Meer, sondern ist ein Gewirr aus mittelalterlichen Gassen, die sich auf halber Höhe an die Küste klammern. Wenn du in Richtung Altstadt hinaufsteigst, verläufst du dich zwischen nicht weniger als vierundvierzig Kirchen und blumengeschmückten Plätzen – ein wahres Labyrinth aus Stein. Für alle, die wie wir mit kleinen Kindern reisen, lautet die goldene Regel: Lass den Kinderwagen im Auto und benutze konsequent eine Trage oder einen ergonomischen Rucksack. Leonardo und Beatrice hatten ihren Spaß dabei, die Stufen zu zählen, aber Räder über dieses unebene Kopfsteinpflaster zu zerren, würde dir den Tag in wenigen Minuten ruinieren. Es ist ein Dorf, das für Maultiere e geduldige Fußgänger gebaut wurde.

Über allem und jedem thront auf dem Gipfel des Monte San Biagio die riesige Statue des Erlösers (Cristo Redentore), die ihre Arme weit über das Tal ausstreckt. Der Blick von dort oben umfasst einen grenzenlosen Horizont, wo der blaue Himmel mit dem tintenblauen Mittelmeer verschmilzt. Um mit den Kindern dorthin zu gelangen, solltest du den Gedanken verwerfen, den ganzen Weg unter der Sonne zu Fuß zu gehen; nutze den bequemen Shuttle-Bus, der vom Parkplatz unterhalb abfährt. Er ist günstig, fährt häufig und erspart dir garantierte Wutanfälle wegen Müdigkeit und Hitze.

Ich muss dich jedoch vor einem wirklich frustrierenden logistischen Aspekt dieser Gegend warnen. Parkplätze in der Nähe der Strände sind im Sommer oder auch nur an warmen Frühlingswochenenden eine teure und schlecht organisierte Fata Morgana. Die öffentlichen Verbindungen zwischen dem historischen Dorf oben und den Buchten unten sind selten und oft stark verspätet, was das Auto unverzichtbar, aber gleichzeitig zu einer Stressquelle macht. Plane ein nicht unerhebliches Budget für kostenpflichtige Parkplätze ein und sei vor neun Uhr morgens am Strand, um nicht durchzudrehen.

Hafenlogistik und Familienessen
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Nach einem langen Tag voller Steigungen und Sonne wird der Bereich des Touristenhafens zum wahren Lebensretter für hungrige Familien. Im Gegensatz zu den steilen Gassen der Altstadt bieten die breiten Kais einen seltenen und sicheren flachen Spaziergang, auf dem die Kinder endlich frei rennen können, ohne ständig Gefahr zu laufen, irgendeine Steintreppe hinunterzustürzen. Der Geruch von gegrilltem Fisch aus den Restaurants am Meer vermischt sich mit dem süßlichen Duft von Crêpes und schafft eine unbeschwerte und entspannte Urlaubsstimmung. Es ist der ideale Ort, um eine Focaccia auf die Hand zu essen oder ein kleines Boot für den nächsten Tag zu mieten, wobei du direkt mit den lokalen Fischern verhandeln solltest, um die nervigen Aufschläge der Online-Agenturen zu vermeiden.

Der schwarze Sand von Cala Jannita und Macarro
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Der wahre Schatz Marateas für Familien sind die zwischen den Felsen eingebetteten Strände. Mein Favorit ist Cala Jannita, die bei allen als „Spiaggia Nera“ (Schwarzer Strand) bekannt ist, was an ihren dunkelgrauen Kieselsteinen liegt. Du erreichst sie über Steintreppen, die in den Fels gehauen sind, mitten durch die mediterrane Macchia, während du bereits das kühle Wasser aus dem Schatten der Bucht aufsteigen spürst. Aber Vorsicht: Die dunklen Kieselsteine heizen sich in der Sonne extrem auf, daher sind Badeschuhe für Kinder Pflicht. Der Sprung in das klare und transparente Wasser ist jedoch jede Vorsicht wert.

Die Bucht von Cala Jannita in Maratea mit dunkelgrauen Kieseln und türkisfarbenem Wasser
Cala Jannita erreicht man über Treppen, die in den Fels gehauen sind. Die dunklen Kiesel sind das Ergebnis der speziellen lokalen Geologie, nicht vulkanischen Ursprungs.

Wenn du eine etwas besser ausgestattete Option suchst, ist der Strand von Macarro eine hervorragende Alternative. Geschützt durch dichte Vegetation und über einen abgestuften Pfad erreichbar, bietet er ruhiges Wasser, das ideal für das erste Bad der Kleinen ist. Setz dich am Ende des Tages in den Touristenhafen, um einen Teller geschmolzenen Caciocavallo Podolico und ein Glas Aglianico del Vulture zu genießen, während die Kinder ein handgemachtes Gelato essen. Lausche dem beruhigenden Klang der Bootsleinen, die im Rhythmus der Brandung gegen die Masten schlagen. Maratea bittet dich nur darum, innezuhalten und dem tiefen, salzigen Atem der lukanischen Küste zuzuhören. Und wenn du Familienreisen gerne mit lokalen Traditionen des Südens verbindest, solltest du meinen Guide zu den Märztraditionen in Apulien nicht verpassen.