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Mein Lieblingsstrecke durch die Dolomiten - Tipps für Autofahrer

·4 min·Marco

Manche Leute fahren in die Berge, um Ski zu fahren, andere zum Wandern. Und dann gibt es uns: diejenigen, die hinfahren, um den Grip der Reifen auf perfektem Asphalt zu spüren und das Pfeifen des Turbos in der dünnen Luft zu hören. Die Große Dolomitenstraße (SS48) ist nicht nur eine Panoramastrecke; sie ist ein technisches Meisterwerk, das 1909 fertiggestellt wurde und das jeder Autoliebhaber mindestens einmal im Leben gefahren sein sollte.

Update: Ich bin Marco, und für mich bemisst sich Glück in Steigungsgraden und der Anzahl der Haarnadelkurven. Wir sprechen hier von 110 Kilometern reinem alpinen Glück, das sich von Bozen bis nach Cortina d’Ampezzo erstreckt. Update: Für diejenigen, die das Auto stehen lassen und diese vertikalen Wände aus einer wirklich extremen Perspektive erleben wollen: Meine Kollegin Martina hat vor Kurzem ihre Eroberung des anspruchsvollsten Klettersteigs in genau diesem Massiv dokumentiert. Diese Route ist das Herzstück meiner ikonischsten Roadtrips in Italien.

Große Dolomitenstraße Roadtrip Italienische Alpen
Die gewundenen Pässe der Großen Dolomitenstraße, die sich durch die gewaltigen, gezackten Kalksteingipfel der Alpen ziehen. Ein Asphaltband, das der Schwerkraft trotzt.

Die Maschine: Wähle dein Ross
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Bevor du auf die SS48 fährst, lass uns über das Fahrzeug sprechen. In den Dolomiten brauchst du Drehmoment, viel Drehmoment. Du steigst von 262 Metern in Bozen auf über 2.200 Meter am Pordoijoch. Für meinen letzten Trip habe ich mich für eine Alfa Romeo Giulia entschieden: Ein niedriger Schwerpunkt und Heckantrieb sind das Geheimnis, um diese Kurven zu „umarmen“.

Die 27 Haarnadelkurven des westlichen Aufstiegs zum Pordoi erfordern eine chirurgische Lenkung. Wenn du mit der Familie reist, ist ein SUV mit einem guten Dieselmotor oder einem spritzigen Hybrid okay, aber vermeide schwach motorisierte Saugmotoren, die mit 12 % Steigung zu kämpfen haben. Wenn du deine Reflexe auf etwas noch extremerem testen willst, wirf einen Blick auf meine Masterclass zur Strada della Forra.

Etappe 1: Das alpine Erwachen in Carezza
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Start früh, am besten bis 7:30 Uhr. Mein Rat ist, den Touristenbussen zuvorzukommen, die die Straße gegen 10:00 Uhr in eine unbewegliche Metallschlange verwandeln. Der erste Stopp ist der Karersee (Lago di Carezza).

  • Strategischer Stopp: 46.409° N, 11.575° O (Offizieller Parkplatz). Versuch nicht, an der Staatsstraße zu parken; die Carabinieri verstehen keinen Spaß.
  • Der Ausblick: Das Latemar-Massiv, das sich im Wasser spiegelt, ist Gänsehaut pur. Während du die Aussicht genießt, denk daran, dass dies das Eingangstor zu einer vertikalen Welt ist. Wenn du nach so viel Fels die Ruhe des Wassers suchst, folge Sofias Rat für eine romantische Flucht zum Ortasee.

Etappe 2: Der König der Pässe – Das Pordoijoch
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Das ist der Grund, warum wir hier sind. Ab Canazei beginnt die Straße sich wie ein Teller Spaghetti zu winden. Du bist auf der SS48. Das Pordoijoch ist mit 2.239 Metern der höchste Punkt.

Marcos Technik: Schalte vor der Kurve runter. Nutze den zweiten Gang für den Scheitelpunkt und gib am Ausgang sanft Gas. Nutze bei der Abfahrt die Motorbremse, um die Scheiben nicht zu „kochen“. Wenn es nach verbrannten Bremsbelägen riecht, halt an und genieß das Panorama. Vielleicht denkst du daran, wie viel einfacher es gewesen wäre, in Bormio Ski zu fahren, wie Elena vorschlägt, aber du bist wegen des Asphalts hier.

Marcos Pet Peeves: Schnecken-Wohnmobile und Kraftstoffkosten
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Ich möchte ehrlich sein, was mich wahnsinnig macht (meine Pet Peeves): die XXL-Wohnmobile, die versuchen, das Pordoijoch im Schneckentempo zu erklimmen. Leute, wenn ihr mit engen Kehren nicht umgehen könnt, nehmt den Shuttle-Bus! Du blockierst den Fahrspaß für alle anderen und verursacht kilometerlange Schlangen unter der Alpensonne.

Und dann der Kraftstoff. Auf den Passhöhen zu tanken ist finanzieller Selbstmord. Tank in Bozen oder Canazei. Such nach „Self“-Tankstellen, um diese 20-30 Cent pro Liter zu sparen, die du besser in ein gutes Mittagessen auf einer Hütte investieren kannst.

Richtung Cortina: Der Falzarego-Pass
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Nach Arabba (Pflichtstopp für ein Stück Torte) beginnt der Aufstieg zum Falzarego. Achte auf Radfahrer: Die Dolomiten sind ihr Tempel. Überhol sie nur, wenn du Sicht hast, und lass immer genug Platz. Wenn der Parkplatz oben voll ist, fahr einen Kilometer weiter zum Valparola-Pass. Dort ist es oft leerer und die Aussicht auf den Sass de Stria ist noch wilder. Dieses Gefühl von Freiheit erinnert mich an die Straße nach Campo Imperatore in den Abruzzen, ein weiteres Paradies für Fahrer.

Abschließende Tipps zum Überleben
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  1. Vorfahrt: Wer bergauf fährt, hat auf engen Abschnitten Vorrang. Aber wenn du einen alten lokalen Panda 4x4 siehst, der den Berg runterschießt, fahr rechts ran. Die bremsen nicht.
  2. Offline-Karten: Lade sie herunter. Zwischen den Sella-Felswänden spielt das GPS-Signal Verstecken.
  3. Abendessen in Cortina: Geh ins Ristorante Al Camin. Es liegt abseits vom Trubel im Zentrum, man kann gut parken und ihre Casunziei ampezzana sind der perfekte Treibstoff nach 110 km Kurven.

Die Große Dolomitenstraße ist keine Reise, sie ist eine Charakterprüfung. Leg den richtigen Gang ein, respektier den Berg und behalte die Augen auf der Straße.

Bis bald, Marco
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