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Das Geisterdorf erwacht: Warum Bussana Vecchia Italiens rebellischstes Geheimnis ist

·855 Wörter·5 min

Ciao a tutti, ich bin Luca. Während alle anderen in Sanremo um einen Quadratzentimeter Sand kämpfen oder in Portofino zwanzig Euro für einen Spritz zahlen, sitze ich gerade auf einer sonnenwarmen Steinmauer und blicke über ein Tal, das sich anfühlt, als gehöre es in ein anderes Jahrhundert. Eine Szene, die mich sehr an den Charme von Pitigliano erinnert, der Stadt im Tuffstein, über die ich bereits berichtet habe. Wenn Sie solche Geheimnisse lieben, werden Sie auch meine Erzählung über Marettimo lieben, das wilde Herz des Mittelmeers.

Update: Als ich dieses Geheimnis entdeckte, war ich begeistert und ich muss sagen, dass es nicht viele Touristen gibt, die diesen Ort finden. Sie sehen die Schilder an der Autobahn, aber sie fahren weiter in Richtung des Glanzes der Küste. Ihr Verlust ist unser Gewinn. Willkommen in Bussana Vecchia, dem Dorf, das sich weigerte zu sterben. Und es ist nicht das einzige verborgene Juwel - ich habe auch die Magie von Rasiglia erkundet, aber konzentrieren wir uns erst einmal auf dieses Dorf, das mein Herz gestohlen hat. Übrigens, wenn Sie durch die malerischen Landschaften Italiens fahren, werden Sie wahrscheinlich noch viel mehr Geheimnisse wie dieses entdecken.

Geisterdorf Bussana Vecchia Italien
Die berührende Schönheit von Bussana Vecchia, dem von Künstlern neu belebten Geisterdorf.

Das Dorf, das die Zeit (und die Regierung) vergaßen
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Update: Meine Besucher haben mich gebeten, mehr über die Geschichte von Bussana Vecchia zu erzählen. Und so erzähle ich Ihnen gerne, dass auch ich in den Hügeln Liguriens, nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt, eine Geschichte gefunden habe, die sich wie ein Drehbuch liest. Im Jahr 1887 erschütterte ein heftiges Erdbeben am Aschermittwoch dieses mittelalterliche Meisterwerk und verwandelte es in eine tragische „Geisterstadt“. Über sechzig Jahre lang lag es verlassen da, zurückerobert von Efeu und Eidechsen. Die Faszination für solche mittelalterlichen Dörfer ist eine Leidenschaft von mir, e meine Suche nach Geheimtipps hat mich auch zu wahrlich unberührten Zielen geführt.

Aber hier kommt der rebellische Teil, den ich so liebe. In den 1960er Jahren beschloss eine Gruppe internationaler Künstler, dass diese Ruinen zu schön zum Verrotten seien. Sie zogen ein, besetzten die Steinhüllen illegal und starteten eine Gemeinschaft, die auf Kunst und Freiheit basierte. Kein Strom, kein fließendes Wasser — nur purer kreativer Wille.

Heute ist es ein lebendiges Labyrinth aus Kunstgalerien, geheimen Gärten und zerfallenden Bögen.

Warum Sie jetzt dorthin müssen
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Durch Bussana Vecchia zu gehen, ist nicht wie ein Museumsbesuch; es ist wie das Betreten eines Traums. Es gibt keine Autos — die Caruggi (schmalen Gassen) sind viel zu eng dafür. Stattdessen wandert man durch Steintunnel, wo sich der Duft von wildem Jasmin mit dem Geruch von Ölfarben vermischt.

Wenn Sie etwas anderes wollen als die polierte, „perfekte“ Version Italiens, die man auf Postkarten sieht, dann ist dies der richtige Ort. Es ist roh, es ist überwuchert und es ist von einer eindringlichen Schönheit.

Mein Geheimtipp: Der „Garten der Schallplatten“
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Tief in den oberen Ruinen versteckt liegt ein kleiner Terrassengarten, der von einem lokalen Bildhauer gepflegt wird. Er bietet einen Panoramablick auf das Mittelmeer, der Ihnen das Herz stehen bleiben lässt. Bringen Sie eine Flasche lokalen Vermentino mit, suchen Sie sich einen flachen Stein und beobachten Sie einfach, wie die Sonne hinter dem Horizont versinkt. Sie werden keinen einzigen Touristenbus hören — nur das Geräusch des Windes durch die Ruinen.

Was man im Dorf der Künstler tun kann
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  • Besuch der „Chiesa von Sant’Egidio“: Man kann sie aus Sicherheitsgründen nicht betreten, aber man kann durch das Gitter in die dachlose Kathedrale blicken. Den blauen Himmel zu sehen, wo eigentlich ein Gewölbe sein sollte, während die originalen Fresken noch an den Wänden hängen — das ist eine fast spirituelle Erfahrung.
  • Wandern durch die Ateliers: Die meisten Künstler wohnen über ihren Studios. Wenn eine Tür offen steht und Sie einen Perlenvorhang sehen, gehen Sie hinein. Sie finden alles von handgefertigtem Schmuck bis hin zu abstrakten Skulpturen.
  • Die Osteria degli Artisti: Dies ist das Herz des Dorfes. Sie ist rustikal, unprätentiös und serviert die Art von Essen, die Ihre italienische Nonna kochen würde, wenn sie eine bohèmehafte Revolutionärin wäre.

Praktische Tipps für Abenteurer
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  • Anreise: Versuchen Sie nicht, mit einem großen SUV hierher zu fahren. Die Straße ist schmal und kurvig. Parken Sie Ihr Auto am Fuße des Hügels und wandern Sie hinauf (ca. 15-20 Minuten). Zu Fuß ist die Aussicht ohnehin besser.
  • Richtiges Schuhwerk: Dies ist kein Ort für Flip-Flops. Das „Pflaster“ besteht aus 1.000 Jahre alten unebenen Steinen und Geröll.
  • Bargeld mitbringen: Viele der kleinen Galerien und Cafés akzeptieren keine Karten. Denken Sie daran, dieser Ort wurde auf einer „Zurück zu den Wurzeln“-Philosophie gegründet!

Mein Geheimtipp ist, den Ort am späten Nachmittag zu besuchen. Die „Goldene Stunde“ trifft den grauen Stein der Ruinen und verwandelt das ganze Dorf in eine leuchtende Bernsteinfestung. Wenn die wenigen Tagestouristen weg sind, haben Sie die stillen, mondbeschienenen Gassen ganz für sich allein.

Bussana Vecchia erinnert uns daran, dass Schönheit aus einer Tragödie wachsen kann und dass die besten Orte in Italien nicht in einem Reiseführer stehen — man findet sie, wenn man falsch abbiegt und seiner Neugier folgt.

Bis zum nächsten Mal — erkunden Sie weiter die Schatten.

Ciao, Luca