Zum Hauptinhalt springen

Die Große Dolomitenstraße: Der ultimative Guide für Italiens epischste Bergstrecke

·1126 Wörter·6 min

Seit ich diesen Beitrag verfasst habe, hat meine Kollegin Elena einen umfassenden Leitfaden zu Venedig für Familien veröffentlicht, in dem sie viele nützliche Tipps gibt, um die Stadt der Kanäle mit Kindern zu erkunden. Ihre Arbeit kann als wertvolle Ergänzung zu diesem Beitrag dienen, besonders wenn es um die Meisterung der Navigation geht, die den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Interessierte Leser finden ihren Guide unter Venedig für Familien – ein stressfreier Leitfaden zur Navigierung der Stadt der Kanäle mit Kindern, wo sie viele hilfreiche Anregungen für ihre eigene Reise finden können.

Seit ich mein ikonisches italienisches Roadtrips-Guide veröffentlicht habe, ist mir immer wieder bewusst, dass diese Route eines der bedeutendsten Stücke ist – 110 Kilometer reinen alpinen Glücks, das sich von Bozen bis zu den schicken Gipfeln von Cortina d’Ampezzo erstreckt. Nachtrag: Mein Kollege Alessandro hat kürzlich einen Leitfaden zu den unterirdischen Wundern Neapels und ihren griechisch-römischen Geheimnissen veröffentlicht, was mich dazu brachte, meine eigenen Reiseentscheidungen zu überdenken, und ich musste feststellen, dass ich mich für die dünne Luft der Alpenpässe und das Brüllen des Motors entschieden habe, anstatt die faszinierenden unterirdischen Geheimnisse Italiens zu erkunden.

Große Dolomitenstraße Roadtrip Italienische Alpen
Die gewundenen Pässe der Großen Dolomitenstraße, die sich durch die gewaltigen, gezackten Kalksteingipfel der Alpen ziehen.

Die Maschine: Wähle dein Ross
#

Bevor wir auf die SS48 fahren, lass uns über dein Mietauto sprechen. In den Dolomiten brauchst du Drehmoment. Du steigst von 262 Metern in Bozen auf über 2.200 Meter am Pordoijoch. Bei meinem letzten Trip habe ich mich für eine Alfa Romeo Giulia entschieden. Warum? Weil man ein Auto will, das die Straße „umarmt“.

Die 27 Haarnadelkurven (tornanti) am westlichen Aufstieg zum Pordoijoch erfordern eine präzise Lenkung und einen niedrigen Schwerpunkt. Wenn du mit der Familie reist, ist ein SUV wie ein Fiat 500X oder Jeep Renegade völlig okay, aber achte darauf, dass er genug „Wumms“ hat, um die 10-12% Steigung ohne Schnappatmung zu bewältigen.

Profi-Tipp: Prüfe deine Bremsen, bevor du Bozen verlässt. Du wirst sie brauchen — oft. Und denk daran: In Italien sind die meisten Mietwagen Handschalter. Wenn du Automatik brauchst, buche mindestens drei Monate im Voraus.

Etappe 1: Von Bozen zum Karersee
#

Ich empfehle, früh zu starten — und ich meine 7:30 Uhr morgens. Warum? Weil die Touristenbusse vom Gardasee gegen 10:00 Uhr eintreffen, und glaub mir, du willst nicht hinter einem 50-Sitzer auf einem schmalen Pass feststecken.

Dein erster wichtiger Stopp ist der Karersee (Lago di Carezza).

  • Parken: Versuch nicht, am Straßenrand der SS241 zu parken; die Carabinieri sind hier streng. Nutze den offiziellen kostenpflichtigen Parkplatz. Es gibt dort einen Fußgängertunnel, der sicher unter der Straße zum See führt.
  • Der Ausblick: Das Latemar-Massiv spiegelt sich im regenbogenfarbenen Wasser. Perfekt für einen schnellen Espresso im „Bistrot Lake Carezza“, bevor das richtige Fahren beginnt.

Etappe 2: Karerpass ins Fassatal
#

Beim Aufstieg zum Karerpass überquerst du die Grenze von Südtirol nach Trentino. Die Schilder wechseln von Deutsch/Italienisch zu Italienisch/Ladinisch. Die Abfahrt ins Fassatal führt dich durch Orte wie Vigo di Fassa — ideale Stopps zum Auftanken.

Praktischer Tank-Tipp: In Italien bedeutet „Self“, dass du selbst tankst und weniger bezahlst. „Servito“ heißt, ein Tankwart erledigt das, und du zahlst etwa 20-30 Cent mehr pro Liter. Such dir Tankstellen im Tal; auf den Passhöhen sind die Preise deutlich höher.

Etappe 3: Der König der Pässe – Das Pordoijoch
#

Das ist der Grund, warum du hier bist. Ab Canazei beginnt die Straße sich wie ein Teller Spaghetti zu winden. Du bist jetzt auf der SS48. Das Pordoijoch ist mit 2.239 Metern der höchste Punkt der Straße.

  • Marcos Technik: Schalte vor der Kurve runter. Nutze den zweiten Gang für den Scheitelpunkt und beschleunige sanft aus der Kurve heraus. Nutze bei der Abfahrt die Motorbremse, um die Bremsscheiben vor Überhitzung zu schützen.
  • Mittagessen: Fahr mit der Seilbahn zum Sass Pordoi auf 2.950 Meter zum Rifugio Maria. Der 360-Grad-Blick auf den Marmolada-Gletscher ist lebensverändernd.

Etappe 4: Falzarego-Pass und die Geschichte
#

Nachdem du vom Pordoi durch Arabba gefahren bist (ein guter Stopp für ein Stück Linzer Torte in der Pasticceria Genziana), beginnt der Aufstieg zum Falzarego-Pass. Achte hier besonders auf Radfahrer. Gib ihnen beim Überholen mindestens 1,5 Meter Platz.

Oben am Falzarego kannst du das Freilichtmuseum des Ersten Weltkriegs besuchen. Man sieht die Schützengräben und Tunnel direkt im Fels. Park-Geheimnis: Wenn der Hauptparkplatz voll ist, fahr 1 km weiter Richtung Cortina zum Passo Valparola. Dort ist oft mehr Platz und die Aussicht auf den „Sass de Stria“ (Hexenfels) ist fantastisch.

Etappe 5: Die Abfahrt nach Cortina d’Ampezzo
#

Das letzte Stück ist eine glorreiche Abfahrt ins Ampezzo-Tal. Wenn du nach Cortina kommst, wechselt der Vibe von „Abenteurer“ zu „Italienischer Schick“.

  • Essen: Du hast dir eine richtige Mahlzeit verdient. Geh ins Ristorante Al Camin (Via Alverà, 37). Es liegt etwas außerhalb, das Parken ist einfacher und ihre Casunziei (Rote-Bete-Pasta) sind die besten der Region.

Die Kunst der Haarnadelkurve: Marcos Technik-Tipps
#

Das Fahren in den Dolomiten ist nicht mit der Autobahn zu vergleichen. Hier ist jede Kurve eine Herausforderung, die Präzision und Respekt verlangt. Das Geheimnis, die Große Dolomitenstraße wirklich zu genießen, liegt im Beherrschen der tornanti (Haarnadelkurven). Wenn ihr euch einer engen Kehre nähert, wie am Pordoijoch, lautet die goldene Regel: Bremst vor der Kurve, nicht in ihr. Fahrt die Kurve weit an, sucht den Scheitelpunkt und beschleunigt sanft am Ausgang. Nutzt bei der Abfahrt unbedingt die Motorbremse, um eure Bremsanlage zu schonen; eure Bremsbeläge werden es euch danken.

Der Bau dieser Straße, der 1909 abgeschlossen wurde, war eine heldenhafte Leistung. Tausende von Arbeitern gruben den Fels von Hand aus und trotzten widrigsten Wetterbedingungen, um Bozen mit Cortina zu verbinden. Zu denken, dass wir heute in wenigen Stunden eine Strecke zurücklegen, für die man früher Tage zu Pferd brauchte, lässt mich über die menschliche Hartnäckigkeit staunen. Update: Ich habe seitdem einen Artikel über die atemberaubende Strada della Forra veröffentlicht, in dem ich betone, dass diese Straßen lebendige Denkmäler unseres Drangs, das Unbekannte zu erkunden, sind. Meine Reiseerfahrungen haben mich dazu inspiriert, einen Führer über meine Lieblingsstraßen in Italien zu schreiben, den du sicherlich interessant findest.

Marcos goldene Regeln für die Dolomiten
#

  1. Vorfahrt: In Italien hat das Fahrzeug, das bergauf fährt, auf engen Abschnitten Vorrang. Aber wenn du einen Einheimischen in einem alten Fiat Panda den Berg runterschießen siehst, fahr einfach rechts ran und lass ihn vorbei. Die kennen jede Kurve blind!
  2. ZTL-Zonen: Vorsicht in Städten wie Bozen. Achte auf die „ZTL“-Schilder (Zona Traffico Limitato). Ein weißes Schild mit rotem Kreis bedeutet: Einfahrt verboten, Kameras filmen dein Kennzeichen.
  3. Konnektivität: Lade dir deine Google Maps für die „Offline-Nutzung“ herunter. Der Empfang bricht zwischen den massiven Felswänden der SS48 oft komplett weg.

Die Große Dolomitenstraße verlangt Respekt und belohnt dich mit den besten Fahrerinnerungen deines Lebens. Wir sehen uns auf der Straße. Bleib schnell, bleib sicher und genieß jeden Gangwechsel!

Ciao, Marco