Ciao! Ich bin Marco. Ob ich nun die scharfen Kurven der Amalfiküste bezwinge oder durch die sanften Hügel der Toskana navigiere, man findet mich immer hinter dem Lenkrad. Für mich ist das Beste an einer Route nicht nur das Ziel – es ist das Gefühl der Freiheit, das nur ein Band aus Asphalt und ein voller Tank bieten können. Update: Meine Kollegin Martina hat kürzlich eine spannende Tour veröffentlicht, in der sie zeigt, wie man die legendären Gipfel des Giro d’Italia bezwingt – darunter auch die Herausforderung von Piancavallo. Lies mehr dazu in ihrem Beitrag „Der Geist des Piraten“.
Die Toskana ist wohl die Roadtrip-Hauptstadt der Welt. Aber wenn Sie mehr sehen wollen als nur die Autobahn zwischen Florenz und Pisa, müssen Sie ins Herz des Landes vordringen. Auf der Straße habe ich entdeckt, dass man die ikonischsten Aussichten oft findet, wenn man den „Panorama“-Knopf am GPS wörtlich nimmt. Während ich die Toskana erkunde, denke ich oft daran, wie vielseitig die italienischen Landschaften sind – von sanften Hügeln bis hin zu Küstenperlen wie Lerici. Meine Kollegin Elena hat dazu einen wunderbaren Artikel geschrieben, in dem sie Lerici als familienfreundliches Geheimjuwel der italienischen Riviera vorstellt. Heute teile ich meine drei Lieblingsstrecken mit Ihnen, die Ihnen die wahre, ungezähmte Seele der italienischen Straße zeigen werden.

1. Die Val d’Orcia-Schleife (Die Postkarten-Route)#
Wenn Sie jemals ein Foto der Toskana mit einer einsamen Zypressenreihe gesehen haben, die zu einem steinernen Bauernhaus führt, wurde es wahrscheinlich hier aufgenommen. Die SR2 (Via Cassia) und die SP146 sind die Stars der Show.
Beginnen Sie in San Quirico d’Orcia und fahren Sie Richtung Pienza. Dieser Straßenabschnitt ist legendär für seine sanften grünen (oder je nach Jahreszeit goldenen) Hügel. Mein Geheimtipp ist es, die Cipressi di San Quirico zu finden – jenen perfekten Kreis aus Bäumen auf einem Hügel. Es gibt eine kleine Schotterbucht, in der man parken kann. Seien Sie nur vorsichtig mit Ihrem tiefgelegten Mietwagen! Das Beste an dieser Route ist das Licht zur goldenen Stunde; die Art und Weise, wie sich die Schatten über das Tal legen, ist absolut filmreif. Übrigens, wenn Sie wie ich fasziniert von der geheimnisvollen Schönheit der Schatten sind, sollten Sie sich unbedingt Alessandros Artikel über den Park der Ungeheuer in Bomarzo ansehen – ein Ort voller Rätsel und magischer Atmosphäre.
2. Die Chiantigiana (Die Route für Weinliebhaber)#
Die SR222, bekannt als die Chiantigiana, ist das Rückgrat der Region Chianti Classico. Sie verbindet Florenz mit Siena, ist aber das Gegenteil einer Autobahn. Es ist eine kurvenreiche, rhythmische Fahrt durch einige der berühmtesten Weinberge der Welt.
Das Fahren im Chianti bedeutet, enge Kurven und plötzliche Senken zu bewältigen, aber jede Biegung offenbart ein weiteres mittelalterliches Schloss oder ein Bergdorf wie Greve in Chianti oder Castellina. Wenn Sie in dieser Region unterwegs sind, sollten Sie sich die Chance nicht entgehen lassen, bei einer lokalen Cantina haltzumachen. Denken Sie nur daran: In Italien haben wir eine strikte Null-Toleranz-Politik für Alkohol am Steuer. Lassen Sie Ihren Beifahrer die Verkostung übernehmen oder kaufen Sie eine Flasche, um sie später in Ihrer Villa zu genießen!
3. Der Passo del Muraglione (Der Nervenkitzel in den Bergen)#
Für diejenigen, die es etwas technischer und weniger „sanfte Hügel“ mögen, ist der Weg nach Norden in den Apennin zum Passo del Muraglione (SS67) genau richtig. Dies ist eine Lieblingsstrecke italienischer Motorradfahrer und Fahrbegeisterter.
Die Straße steigt steil vom Talboden an, mit Haarnadelkurven, die Ihre Lenkung und Ihre Bremsen fordern werden. Auf dem Gipfel (907 Meter) finden Sie eine Steinmauer (Muraglione), die von Großherzog Leopold II. gebaut wurde, um Reisende vor den heftigen Bergwinden zu schützen. Auf dem Gipfel gibt es eine berühmte Biker-Bar, in der man ein tolles Panino bekommt und mit lokalen Fahrern fachsimpeln kann. Es ist eine Welt weit weg von den Sonnenblumen des Südens und zeigt die raue, kraftvolle Seite der toskanischen Landschaft.
Marcos Überlebens-Tipps für toskanische Straßen#
- ZTL-Warnung: Fast jedes historische Zentrum in der Toskana ist eine Zona a Traffico Limitato (verkehrsberuhigte Zone). Wenn Sie einen Kreis mit rotem Rand sehen, fahren Sie NICHT hinein. Die Kameras werden Sie erfassen, und die Geldstrafe wird Monate später von Ihrer Kreditkarte abgebucht.
- Parken in Florenz & Siena: Versuchen Sie gar nicht erst, im Zentrum zu parken. Suchen Sie nach den „Parcheggio Scambiatore“ (Pendlerparkplätzen) am Stadtrand. Das ist billiger, einfacher und schont Ihre Nerven.
- Tanken: Viele Tankstellen im ländlichen Raum der Toskana sind nachts und sonntags auf „Self-Service“ umgestellt. Stellen Sie sicher, dass Sie eine Debitkarte mit PIN haben, da nach Feierabend oft kein Bargeld akzeptiert wird.
- Das Auto zählt: Während ein klassischer Alfa auf Fotos toll aussieht, ist ein moderner Kleinwagen mit etwas Drehmoment viel praktischer für die engen mittelalterlichen Gassen und steilen Hügel.
Italien mit dem Auto zu entdecken, bedeutet den Nervenkitzel des Unbekannten und die Freiheit zu haben, überall dort anzuhalten, wo eine Aussicht einem den Atem raubt. Nehmen Sie den Umweg, folgen Sie den braunen Schildern zum „Castello“ und lassen Sie sich von der Straße ihre Geschichte erzählen. A presto!
